ISEK

ISEK – Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept

Die Aufgabe des ISEK ist es, aus Bestandserhebungen und deren Analyse Konzepte für die zukünftige Entwicklung von Einzelhandel, Gewerbe und Verkehr und deren Harmonisierung mit einer sensiblen Innenstadt mit historischer städtebaulicher Anlage und Bausubstanz für die Stadt Weismain auszuarbeiten.

Das Stadtentwicklungskonzept basiert auf der engen Zusammenarbeit  von Fachplanern und Betroffenen (Bürger, Wirtschaft, Handel, Gewerbe, Gastronomie etc.). Es soll die strategisch langfristige Entwicklung der Stadt stärken.

Die städtebaulichen Ziele und Leitsätze wurden in einer abschließenden Leitbilddiskussion in sechs Handlungsfeldern zusammengefasst:

Handlungsfeld 1 – Städtebau und Aufenthaltsqualität
Gebäude (Nutzungsfindung für Leerstände, Erhaltung, Gestaltung)
Rückbereiche (Gestaltung Hinterhöfe)
Stadtmauer (Erhaltung Stadtgraben, Sanierung)
Markt (Gestaltung als Stadtplatz, mit Aufenthaltsqualität)
Wasser (Einbeziehung in Gestaltung)
Grünkonzept
Sanierung Stadtmauer und Stadtgraben

Handlungsfeld 2 – Verkehr in der Innenstadt
Verkehrsberuhigung Stadtkern – Entlastungsstraße (überörtliche   Verkehrslenkung)
Gestaltung Stadtkern
Parkplatzkonzept für Innenstadt
ÖPNV mit Burgkunstadt / Altenkunstadt (Hollfeld)

Handlungsfeld 3 – Gewerbliche Entwicklung
Nachhaltiger Umgang mit Flächen / Förderung der Innenentwicklung
Profilierung als attraktiver Arbeitsstandort
Profilierung als attraktiver Wohnstandort
Abmilderung des Fach- und Arbeitskräftemangels
Institutionalisierung eines kreativen Austauschs zur Lösung standortspezifischer Entwicklungsfragen (Kreativwerkstatt)
„Funktionale Arbeitsteilung“: Innenstadt – Erhalt des kleinstädtischen Flairs / Konzentration der gewerblichen Entwicklung auf die Gewerbegebiete

Handlungsfeld 4 – Einkaufen und Versorgen
Steigerung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt
Stärkung der Handelsfunktion der Innenstadt
Etablierung eines Arbeitskreises „Innenstadt“, u.a. Reorganisation des Monatsmarktes
Förderung und Nutzung der touristischen Potenziale
Behebung der Leerstandsproblematik(Zwischen- und Nachnutzung)

Handlungsfeld 5 – Tourismus, Freizeit und Naherholung
Definition von Zielgruppen / Zielgruppenorientiertes Marketing
Herausarbeitung eines klaren Angebotsprofils / -portfolios
Verbesserung der ÖPNV-Anbindung
Ausbau des gastronomischen Angebotes
Förderung von Urlaub auf dem Bauernhof
Ausbau des Angebotes an Ferienwohnungen

Handlungsfeld 6 – Jugend, Familien und Senioren
Beteiligung: Bessere Einbindung der Jugend in den Stadtentwicklungsprozess
Verbesserung der ÖPNV-AnbindungSehr komplex gestaltet sich die Priorisierung und zeitliche Abfolge der im Rahmenplan (Vorentwurf) dargestellten städtebaulichen Projekte, da verschiedene Abhängigkeiten von übergeordneten anderen Projekten und dem Haushalt der Stadt Weismain überaus großen Einfluss auf die weitere Vorgehensweise und einen möglichen Zeitablauf haben.

Mit der vom Staatlichen Bauamt geplanten Verlegung der Staatsstraße 2191 (Umfahrung des Ortskerns) ist im März 2017 begonnen worden. Die Fertigstellung wird Ende 2019 erwartet.

Im Ortskernbereich ist die gesamte Infrastruktur (Wasser, Abwasser etc.) zu erneuern. In Vorabstimmung mit dem für das Sanierungskonzept beauftragten Ingenieurbüro IBP wurde zwischenzeitlich versucht, die Sanierungsmaßnahmen „Infrastruktur“ und die davon direkt abhängigen städtebaulichen Maßnahmen (Straßen, Wege, Plätze etc.) aufeinander abzustimmen und in ihren Grundzügen in die weiteren Aussagen des ISEK zu übernehmen.

Durch Privatinvestoren gab es bereits ein Bauprojekt im Bereich der ehemaligen Dietz-Bräu. In diesem Zusammenhang wird es erste vorgezogene Maßnahmen (Sanierung, Wiederaufbau etc.) an der historischen Stadtmauer geben müssen.

Das seit längerem vorliegende Sanierungsgutachten von einer Arbeitsgemeinschaft aus Architekt Georg Dietz und dem Ingenieurbüro IBP gibt hier konkrete Vorschläge und wurde vollinhaltlich in das ISEK übernommen.

Die Stadt Weismain nutzt zur Konsolidierung ihres  Haushalts das Stabilisierungsprogramm des Freistaates Bayern und ist deshalb bei allen Investitionen für städtebauliche Maßnahmen von der Zustimmung der Rechtsaufsichtsbehörde im Landratsamt Lichtenfels abhängig.