Abhaltung von Sonnwendfeuern

Sonnwendfeuer dürfen nur unter Beachtung der nachfolgenden abfall-, naturschutz- und sicherheitsrechtlichen Regelungen abgehalten werden. Folgende Punkte sind vor dem Abbrennen eines Sonnwendfeuers zu beachten:

  • Sonnwendfeuer sollten nur an Werktagen innerhalb einer Woche vor oder nach dem offiziell bekannt gegebenen Johannistag abgehalten werden.
  • Sonnwendfeuer sind mindestens eine Woche vorher schriftlich unter Benennung eines Verantwortlichen bei der zuständigen Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung anzuzeigen.
  • Sonnwendfeuer dürfen nicht dazu genutzt werden, kostengünstig Abfälle jeglicher Art in unzulässiger Weise zu verbrennen. Dem Brauchtumsgedanken entsprechend sind Sonnwendfeuer nur unter Verwendung der hierfür zulässigen Brennstoffe (siehe unten) geduldet.
  • Das Feuer sollte in einer der Anzahl der Zuschauer angemessenen, nicht überdimensionierten Größe abgehalten werden.
  • Verbrennen nur außerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile
  • Bei starkem Wind darf kein Feuer entzündet werden; brennende Feuer sind in diesem Fall unverzüglich zu löschen.
  • Um die Brandfläche sind ausreichend dimensionierte Bearbeitungsstreifen (mindestens 3 Meter Breite) zu ziehen, die von brennbaren Gegenständen freizumachen sind.
  • Zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt ist sicherzustellen, dass das Brennmaterial maximal eine Woche vor dem Abbrennen angeliefert wird. Wird das Brennmaterial über längere Zeit zwischengelagert oder nisten Vögel darin, darf das Feuer nicht entzündet werden. Auf das Verbot, wildlebende Tiere der besonders geschützten Arten zu töten oder erheblich zu stören gemäß § 44 Abs. 1 Ziffer 1 und 2 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) wird hiermit besonders hingewiesen.
  • In Naturschutzgebieten und auf geschützten Landschaftsbestandteilen ist das Abbrennen von Johannisfeuern nicht erlaubt. In Landschaftsschutzgebieten ist eine Erlaubnis von der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Lichtenfels (Sachgebiet 34 – Umweltzentrum – Tel. 09571/18-364) notwendig.
  • Nach § 39 Abs. 5 BNatSchG ist es ferner verboten, die Bodendecke auf Wiesen, Feldrainen, Hochrainen, ungenutztem Gelände (Brachflächen), an Hecken oder Hängen abzubrennen. Gesetzlich geschützte Biotope (§ 30 BNatSchG, Art. 23 Bayerisches Naturschutzgesetz – BayNatSchG) dürfen ebenfalls nicht beeinträchtigt werden. Hieraus folgt, dass das Abhalten von Sonnwendfeuern nur auf intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen – z.B. Äckern – erlaubt ist.

 

Hinweis:
Verstöße gegen naturschutzrechtliche Vorschriften sind mit bis zu 50.000,- Euro bußgeldbewehrt.
Folgende Materialien dürfen verbrannt werden:

  • Als Brennstoff darf nur trockenes, unbehandeltes Holz verwendet werden.
  • Insbesondere das Verbrennen folgender Brennstoffe ist unzulässig, bei entsprechender Anzeige wird ein Ordnungswidrigkeitenverfahren durchgeführt: Kunststoffe, Sperrmüll, Altreifen, Altöl, Hausmüll, beschichtetes oder imprägniertes Holz etc.

 

Hinweis:
Ein Verstoß gegen die unzulässige Behandlung (Verbrennen), Lagerung oder Ablagerung von Abfällen kann mit bis zu 50.000,- Euro Geldbuße geahndet werden.
Folgende Punkte sind beim Verbrennen zu beachten:

  • Die zur Wahrung des Wohles der Allgemeinheit erforderlichen Abstände sind einzuhalten:

− 300 Meter zu Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen und vergleichbaren Einrichtungen

− 300 Meter zu Gebäuden, deren Wände oder Dächer aus brennbaren Baustoffen bestehen oder in denen leicht entflammbare feste Stoffe, brennbare Flüssigkeiten oder brennbare Gase hergestellt, gelagert oder bearbeitet werden

− 100 Meter zu sonstigen Gebäuden

− 100 Meter zu Zeltplätzen, anderen Erholungseinrichtungen und Parkplätzen

− 100 Meter zu Waldrändern (Ausnahmen werden beim Forstamt beantragt, Art. 17 BayWaldG)

− 75 Meter zu Schienenwegen und öffentlichen Straßen

− 25 Meter m zu Feldgehölzen, Hecken und anderen brandgefährdeten Gegenständen

− 10 Meter zu öffentlichen Feldwegen, beschränkt-öffentlichen Wegen und Eigentümerwegen sowie Privatwegen, die von der Öffentlichkeit benutzt werden

− Bei Unterschreitung der geregelten Abstände ist eine Genehmigung der Gemeinde einzuholen (§ 25 VVB), bei Feuern in Landschaftsschutzgebieten/ -bestandteilen beim Landratsamt.

 

Gefahren, Nachteile oder erhebliche Belästigungen durch die Rauchentwicklung sowie ein Übergreifen des Feuers über die Verbrennungsfläche hinaus sind zu verhindern.
Das Feuer ist bis zum Erlöschen von mit geeignetem Gerät ausgestatteten, leistungs- und reaktionsfähigen Personen über 16 Jahre ständig zu überwachen. Es empfiehlt sich, die zuständige Ortsfeuerwehr zu informieren bzw. zum Überwachen und Ablöschen beizuziehen.
Es ist sicherzustellen, dass die Glut beim Verlassen der Feuerstelle erloschen ist.
Bei starkem Wind darf kein Feuer entzündet werden; brennende Feuer sind unverzüglich zu löschen.
Die Verbrennungsrückstände und sonstige Abfälle, die beim Abhalten von Sonnwendfeuern anfallen, sind binnen 14 Tagen ordnungsgemäß zu entsorgen.
Die Verwendung von auf Rohölbasis hergestellten Brennstoffen (Altreifen, Altöl, Treibstoffe, etc.) zur Erhöhung der Flammenintensität bzw. zum Anheizen ist nicht gestattet. Hierzu dürfen lediglich harzreiche Hölzer (z.B. Reisig) verwendet werden.

Darüber hinausgehende gesetzliche Regelungen bleiben unberührt.

Rechtsgrundlagen:
Verordnung über die Verhütung von Bränden (VVB)
Verordnung über die Beseitigung von pflanzlichen Abfällen außerhalb zugelassener Beseitigungsanlagen (PflAbfV)
Bayerisches Naturschutzgesetz (BayNatSchG)
Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)
Landesstraf- und Verordnungsgesetz (LStVG)
Bayerisches Waldgesetz (BayWaldG)

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